Reform des Urheberrechts: Kunst- und Kreativschaffende, sagt mir Eure Meinung!

Dieses Jahr steht eine EU-Urheberrechtsreform auf dem Programm. Ich arbeite für das Europäische Parlament an der Bewertung der bestehenden Gesetze. Am Lautesten ist in der Debatte die Verwertungsindustrie zu hören, Kunstschaffende selbst kommen zu selten zu Wort.

Spiegeln die Pläne der Verwerter wirklich die Interessen aller Kunstschaffenden wider? Sind sie mit dem Status Quo zufrieden? Wollen sie wirklich Land für Land die Rechte für ihre Werke verhandeln, oder hätten sie lieber einen einzigen europäischen Markt? Sind sie wirklich gegen Remixes? Wo würden ihre Prioritäten bei einem Update des Urheberrechts liegen?

Die Maximalforderungen, die die Debatte bestimmen, sind häufig grundlegend entgegengesetzt: Die Verwertungsindustrie möchte neue Geldquellen und Strafen für Rechtsbrecher. Nutzer*innen wollen Zugang zu Informationen und nicht im Alltag kriminalisiert werden. Für Kunstschaffende wird oft gesprochen, sie selbst finden sich aber oft zwischen den Stühlen wieder.

Deshalb mein Aufruf an Kreativschaffende:

Lasst mich Eure Ihre Meinung wissen: Was ist Euch wichtig? Welche konkreten Probleme habt Ihr mit dem jetzigen Urheberrecht?

Schreibt mir an julia.reda@ep.europa.eu
Alle Mails werden selbstverständlich vertraulich behandelt!

Soweit dies durch das Gesetz möglich ist, hat der Schöpfer auf das Copyright und ähnliche oder Leistungsschutzrechte zu seinem Werk verzichtet.

My name is Julia, I'm the Pirate in the European Parliament.

I'm fighting to make copyright in the EU unified, progressive and fit for the future. Will you join me?

19 Kommentare

  1. 1

    Sehr geehrte Julia Reda,

    – die Freiheit der Wissenschaft, der Kunst, der Bildung etc. sind hohe Werte. Vielfach jedoch erzielen Menschen, die an Universitäten, an Schulen arbeiten, aber auch Menschen, die durch das Studium unterschiedlichster Werke berufliche Qualifikationen erlangen, hohe Einkommen. Wieso also soll der Urheber hierbei nicht nur leer ausgehen, sondern praktisch enteignet werden?
    -ein Werk ist zunächst einmal ein Werk, das von einem Urheber mit einer bestimmten Intention geschaffen wurde. Die Unverletzlichkeit des Werkes gilt somit als ein wesentlicher Bestandteil des Urheberrechts. Wieso dieser Schutz zugunsten genehmigungsfreier Bearbeitungen aufgehoben werden soll, erschließt sich nicht. Auch hier sind es häufig die „Bearbeiter“ die einen persönlichen Vorteil erlangen – zum Nachteil der Urheber.
    – die Einkommenssituation von Urhebern ist schon heute prekär. Der in der Öffentlichkeit oft zu hörende Satz: „Dann müssen sie eben öfter spielen/auftreten“ geht an den Möglichkeiten der Urheber vorbei. Nicht jeder Komponist/Autor ist zugleich auch ein ausübender Künstler, geschweige denn, dass er überhaupt zu einem Vortrag auf professionellem Niveau in der Lage wäre.
    – die Idee, dass Urheber auf ihre Rechte verzichten und Werke auf diese Weise gemeinfrei machen, führt lediglich dazu, die ohnehin angespannte Situation der Urheber weiter zu verschlimmern, sie weiter unter wirtschaftlichen Druck zu setzen. Der private Gebrauch urheberrechtlich geschützter Werke ist hier nicht die Frage – und war es auch noch nie. Wer jedoch aus kommerziellen Motiven – d.h. auch aus beruflichen Gründen, auch in Zusammenhang mit einem Studium, das in der Regel zum Zwecke späterer Erwerbstätigkeit absolviert wird – Werke kostenlos und ohne Berücksichtigung etwaiger Rechte Dritter nutzen will, missbraucht den Begriff der Gemeinfreiheit, um seine eigenen Gewinnerzielungsabsichten zu verschleiern.
    – der Tausch des europ. Urheberrechts gegen das Copyright-System stärkt lediglich die Rechte der Medienkonzerne, die „für einen Apfel und ein Ei“ an die Rechte eines Werkes gelangen können, was sie angesichts der Machtverhältnisse auch durchsetzen. Das europ. Urheberrecht schiebt dem wenigstens einen kleinen Riegel vor, indem die Urheberrechte eben nicht veräußerbar sind.
    – die Beschneidung von Urheberrechten mag als die einfachste Lösung vieler Probleme erscheinen, die durch die Nutzung neuer Medien entstehen. Zukunftsfähig ist diese Herangehensweise jedoch nicht. Nur wer begreift, wie aufwendig und komplex die Schaffung eines Werkes ist, wird den Wert und die Notwendigkeit des Urheberrechts je ermessen können. Zu dieser Anerkenntnis wird jedoch nur eine Minderheit bereit und in der Lage sein – ebendeshalb, sehr geehrte Frau Reda, bitte ich Sie dringend, sich für eine Stärkung des Urheberrechts im Sinne der UrheberInnen einzusetzten.
    Beste Grüße
    Rainer Schneider

  2. 2

    Liebe Julia Reda,
    danke für die Aufforderung. Ich habe mich lange mit Urheberrecht beschäftigt. Ich bin Autorin. Autor/innen verdienen in der Regel sehr wenig, sie sind die Geringverdiener im großen Kulturbetrieb. Und sie sind Einzelkämpfer, weshalb man sie meist vergisst und sie es vergessen, laut mitzudiskutieren.

    Mein Vater war auch Autor, und für meine Mutter sind die Einnahmen aus seinen Büchern eine wichtige Ergänzung zur kleinen Rente.

    Deshalb:
    Autoren müssen ihre Rechte vererben können, an die Witwe, den Witwer und wenigstens an ihre Kinder. (Also Schutzfrist von mindestens 30 Jahren nach dem Tod des Urhebers.)
    Auf keinen Fall dürfen Schutzfristen nicht vor dem Tod eines Autors fallen, nicht etwa nach 10 Jahren. Denn hat der Autor 11 Jahre nach seinem ersten erfolglosen Buch einen Erfolg und wird sein erstes Buch wieder aufgelegt und verkauft sich nun glänzend, verdient nur der Verlag, nicht aber er.
    Ohnehin ist nicht einzusehen, warum die Verleger und Vervielfältiger verdienen sollen, nicht aber der Autor selbst, der ohnehin von jedem verkauften Exemplar nur einen kleinen Prozentsatz bekommt.

    Auch sollten Internetplattformen nicht einfach Texte von mir veröffentlichen dürfen. Eine Horrorvortellung für mich als Autorin ist es, dass Texte von mir ungefragt und ohne dass ich eingreifen kann auf beispielsweise rechtsradikalen Internetseiten erscheinen. Kurz: Es muss einen weltanschaulichen Autoren-Vorbehalt geben, wie jetzt schon bei Schulbüchern. Ich möchte die Kontrolle darüber behalten, wo meine Texte herumgeistern und von wem sie für welche Interessen benutzt werden. Und ich möchte, wenn andere mit meinen Texten verdienen, auch etwas dabei verdienen. Ich hatte schließlich die Arbeit damit, eine Arbeit, die derzeit kaum angemessen entgolten wird (der durchschnittliche Stundenlohn eines Autors mittleren Erfolgs beträgt 2 Euro).

    Als Bloggerin habe ich durchaus Verständnis dafür, dass es Nutzer es leichter haben wollen, auch mal was zu zitieren. Das Zitat könnte man mal eindeutig regeln (über die Länge).

    Und Verlage und Vertreiber, die nach dem Ende der Schutzfrist Bücher wieder auflegen (egal ob als E-Book oder als Buch) könnten ja mal einen Kultur-Cent in einen Literatur-Förderungs-Fond einzahlen. Denn solche Verlage verdienen nur noch an den Leistung von Autoren, ohne diese Leistung in irgendeiner Form zu bezahlen oder den Kreativen zurückzuzahlen. Das Urheberrecht darf nicht die Großverdiener auf dem Kulturmarkt unterstützen, sondern müsste nach meiner Überzeugung die Kleinverdiener (nämlich die Urheber selbst) etwas besser stellen.

    Bitte bedenken Sie das. Und wenn Sie noch Fragen haben, ich diskutiere gerne weiter.
    Herzliche Grüße,
    Christine Lehmann

  3. 3

    Folgende Punkte sind mir wichtig:
    1. Das Urheberrecht kann nicht veräußert werden und bleibt immer beim Urheber.
    2. Das Urheberrecht bleibt weiterhin 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers bestehen.
    3. Gesetzlich festgeschriebene Umsatzbeteiligung aller Urheber nach einem zu bestimmenden Schlüssel.
    4. Rigorose Verfolgung von Verletzungen des Urheberrechts, insbesondere Tauschbörsen.

  4. 4
    Werner Richter

    Als Grundgerüst ist dieser Bericht ganz brauchbar, z.B. da er die Notwendigkeit eines Schutzes der Urheber betont und auch auf so konkrete Dinge wie ein Urhebervertragsrecht oder den Three-steps test eingeht. Als Urheber (ich bin Literaturübersetzer und Autor) wünsche ich mir allerdings da und dort Präzisierungen, vor allem bei den Ausnahmen!
    Natürlich muss es Ausnahmen vom Urheberrechtsschutz geben, aber so etwas wie „fair use“ darf es eben gerade nicht sein.
    Und die Vergütung für Nutzungen (genau davon leben ja die Urheber, und dafür machen sie ihre Arbeit) sollte sich nicht nach irgendeinem „Schaden“ richten, sondern danach, wie viel jemand an der Nutzung eines Werks verdient. (Das mache ich auch so: wenn jemand eine Lizenz will und damit einen Haufen Bücher verkaufen möchte, dann stellt sich das anders dar als wenn einer ein paar Liedertexte singen will, die ich übersetzt habe!)
    Und ganz generell sehe ich EU-intern natürlich grausame Grabenkämpfe zwischen Anglo-Copyrightlern und Kontinental-Urheberrechtsfreunden voraus: in jedem Fall darf jede EU-weite Regelung nicht in Richtung Copyright gehen (wo dann die Verlage und sonstigen Verwerter alles in der Hand haben!)
    Aber trotz allem: chapeau und toi-toi-toi! Eine Initiative, die auch die Interessen jener im Auge hat, ohne deren Kunst und Können das ganze Thema gar nicht auf dem Tisch wäre, verdient jedenfalls Anerkennung und wohlwollende Beachtung (und diese Mitarbeit).
    Volle Kraft voraus!
    Wr

  5. 5
    herzmeister

    Das Problem sollte technisch, nicht bürokratisch gelöst werden.

    Das heutige Web/Internet ist sowieso nicht das, was sich der Erfinder von HyperText (was in der Abkürzung HTTP steckt), Ted Nelson, in den 60er Jahren vorgestellt hat. Er bezeichnet es als Parodie seines Konzepts.

    Zugegeben, sein Projekt Xanadu — https://en.wikipedia.org/wiki/Project_Xanadu — ist *die* Rekord-Vaporware schlechthin, aber es hätte neben vielen anderen Problemen der heutigen Netzarchitektur (Zensur, Netzneutralität, etc) auch die Probleme für Kreativschaffende wunderbar berücksichtigt und gelöst:

    In dieser Art Netzwerk werden Kreativschaffende automatisch über Micropayments entlohnt. Jede/r kann Inhalte einstellen, und im Gegensatz zum heutigen Web wären Linkketten und Embedded Content in beide Richtungen traversierbar. Das kann man sich in etwa wie die heutige Wikipedia vorstellen, nur wäre das technische Fundament dezentral. Nicht nur multimedialer Content, sondern auch einfache Textfragmente können weitergegeben und geteilt werden. Die Technik stellt sicher, dass die Inhalte stets auf den Urheber zurückverfolgbar sind. Natürlich könnten einzelne Benutzer auch „schummeln“, indem sie Inhalte scrapen und als ihre eigenen ausgeben, wie das ja auch im heutigen Web gang und gäbe ist, aber wenn die Benutzerführung in so einem Netzwerk durchdacht genug ist, wäre es diesen Aufwand einfach nicht wert.

    Was kann nun die Politik tun, wenn hier wohl vor allem ein technisches Problem vorliegt? Ganz einfach, Projekte, die den beschriebenen Paradigmenwechsel implementieren wollen, müssen gefördert werden. Konkret gibt es heute etwa MaidSafe — https://en.wikipedia.org/wiki/MaidSafe –, GNUnet — https://en.wikipedia.org/wiki/GNUnet –, oder Storj — http://storj.io/ –, die auf einer verteilten, end-to-end-verschlüsselten P2P-/DHT-Architektur aufbauen und damit das technologische Fundament bereitstellen könnten.

    Mit etwas Verständnis und Vision wird auch klar, dass diese Projekte disruptiven Charakter haben und die Art und Weise, wie wir das Internet benutzen, von heute auf morgen ändern können, denn sie abstrahieren Content und Dienste weg von physikalischen Servern und Infrastruktur.

    Wenn ich etwas veröffentlichen will, muss ich mich nicht mehr mit Bloganbietern oder anderen entsprechenden Medienportalen rumschlagen und von denen abhängig sein, oder selber Webhost und Domain anmieten und mich mit der SSL-Bürokratie rumschlagen, sondern ich gebe es einfach aus meinem Dateisystem frei, meist natürlich unterstützt von schöner Software, und der Inhalt wird per peer-to-peer propagiert etwa wie im heutigen BitTorrent-System. Für die Zielgruppe gibt es dann natürlich Browser (oder Plugins für die heutigen Browser) für dieses System, die eine neue Art der Namensauflösung implementieren werden.

    Einen Server per IP-Adresse oder DNS-Eintrag direkt anzuwählen wird dann so umständlich und altbacken empfunden werden wie Mailboxen von anno dazumal anzuwählen. Mail, Messaging, Chat, Video conferencing, Media streaming, File syncing (Dropbox) und -sharing, soziales Netzwerk, Blogs, Shops, Websites kommt alles quasi out-of-the-box, ohne sich bei Dutzenden Anbietern registrieren zu müssen, und ohne sich Login-Daten und Passwörter merken und verwalten zu müssen. Alles wird somit einfacherer und sicherer.

  6. 6
    Stefan Boss

    Ich halte von dem Hick hack mit dem Urheberrecht für einen dicken Blödsinn uns Hobby Musiker wird dann aufgezungen bei der GEMA eine Lizenz zu unterschreiben das wir also Hobby Gitarristen usw das in You Tube veröffenlichen dürfen sind mir immer noch im 18 oder 19 Jahrhundert oder anfang des 20 Jahrhundert oder im 21 Jahrhundert und im Internetzeitalter also kein Urheberrecht für das I-Net sondern so wie es die USA uns Vormacht oder was in den 70 er mal spöttisch geklungen hatte Video Killt The Radiostar und was ist nix daraus ist gewurden Ohne Video einspielung und Radio einspielungen wäre auch kein Newcomer am Leben in der Musikwelt z.b. Justin Bieber ist durch ein Cover und Tausenden von Klicks in You Tube erst auf sich aufmerksam gemacht wurden ohne You Tube wäre keine Kinder die England auf der Strasse Heavy Metal spielen noch ein No Name Produkt in einer Englischen Tageszeitung also weg mit dem Steinzeitlichen Urheberrecht

  7. 7
    Christoph Hassel

    Sehr geehrte Frau Reda,

    Hier kommt meine Meinung als Kreativschaffender:

    Sie bezeichnen die Sperren auf Youtube Tafeln als eine Art „nationale Grenzen“ und fordern deren Abschaffung für ein freieres Europa. Das finde ich in mehrfacher Hinsicht falsch.

    Es sind keine Grenzen, die zwischen Menschen gezogen wurden. Es ist in erster Linie eine Maßnahme von Google, um die GEMA zu diskreditieren. Die GEMA setzt sich meiner Ansicht nach für Musik-Autoren ein, daher rühren diese Sperrtafeln. Der freie Zugang zu Information ist etwas völlig anderes an Zugang zu sämtlicher Musik in der Welt.

    Der Vergleich ist auch in der Hinsicht haarsträubend, als dass die tatsächliche Abschottung der EU und die tatsächlich real existierenden Grenzen ein massives humanitäres Problem darstellen. Der europäische Umgang mit Flüchtlingen (auch wenn es den nicht wirklich als solchen gibt) ist eine Katastrophe, Frontex Missionen im Mittelmeer sind menschenverachtend, der Umgang mit illegalisierten Flüchtlingen unwürdig. Das quasi Gleichzusetzen mit Sperrung von Musikvideos ist nicht angemessen.

    Kommentare hier erst anzubieten, dann soch wieder zu löschen ist auch nicht grade transparent…

    Menschen, die mit Musik ihren Lebensunterhalt verdienen möchten und eben nicht über Internet oder Liveshows ihr Geld verdienen -ja, die gibt es nämlich auch: Autoren z.B.- fallen bei ihrem Modell komplett hinten runter. Wer gibt ihnen eine Stimme.

    viele Grüße
    Hassel

  8. 8

    Sehr geehrte Frau Reda,

    als Komponist und Delegierter der außerordentlichen und angeschlossenen Mitglieder der GEMA – genau, als einer der Vertreter der 60.000 „nicht-ordentlichen“ Mitglieder – bin ich der GEMA dankbar, für die Stimme, die sie erhebt und die Positionen, die sie vertritt. Die GEMA ist ein Verein der Kreativen. Die GEMA (und die anderen Verwertungsgesellschaften), das SIND die Kreativen.

    Ohne die GEMA hätte ich mein Studium nicht finanzieren können oder hätte Hartz IV anmelden müssen. Sie verwaltet treuhänderisch mein geistiges Eigentum; nicht immer zu meiner vollen Zufriedenheit, aber sie spricht in meinem Namen als Kreativer und Urheber, und im Namen der überwältigenden Mehrheit meiner professionellen Kollegen.

    Ich finde es bemerkenswert, daß bislang nur zwei Kommentare von Ihnen veröffentlicht wurden, obwohl mir wesentlich mehr Kommentare von Kollegen bekannt sind, die sich hier auf sachliche Art geäußert haben, wenn auch möglicherweise nicht so, wie von Ihnen gewünscht oder beabsichtigt. Den Schein der Transparenz erzeugen zu wollen, aber Kommentare, die der eigenen Meinung entgegenlaufen, dann nicht zu veröffentlichen, ist abstoßend.

    Stefan Maria Schneider

  9. 9
    Thomas Elbel

    Hallo Julia,
    ich bin Thomas, Professor für öffentliches Recht und Romanschriftsteller mit 3 Veröffentlichungen bei klassischen Verlagen und einem selbstpublizierten Buch.
    Ich muss zugeben, dass ich es einigermaßen schwierig finde, auf Deinen Beitrag überhaupt zu antworten, weil schon die Art der Fragestellung impliziert, dass Du zu den Fragen, die Du stellst bereits eine Meinung zu haben scheinst.
    Beispiel: „Spiegeln die Pläne der Verwerter wirklich die Interessen aller Kunstschaffenden wider? Sind sie mit dem Status Quo zufrieden? Wollen sie wirklich Land für Land die Rechte für ihre Werke verhandeln, oder hätten sie lieber einen einzigen europäischen Markt? Sind sie wirklich gegen Remixes? Wo würden ihre Prioritäten bei einem Update des Urheberrechts liegen?“
    Fallen Dir beim zweiten Lesen Deines Beitrags auch die ganzen „wirklich“ auf? Was bedeutet es, wenn man in solche Sätze das Wort „wirklich“ einflanscht? Für mich impliziert der Fragesteller damit Ungläubigkeit. Die eigentliche Aussage des Satzes „Sind sie wirklich gegen Remixes?“ scheint mir zu sein: „Es kann doch wohl nicht sein, dass Kreativschaffende gegen Remixes sind, oder?!“
    Aber weil Du nun mal gefragt hast, hier meine klaren Antworten:
    Ja, die Pläne der Verwerter spiegeln WIRKLICH meine Interessen als Kreativschaffender wieder, jedenfalls deutlich mehr, als das Urheberrechtsprogramm der Piratenpartei. Mir erscheint es manchmal, als ob die Piraten die „Verwerter“ in dem Moment als neues Angriffsobjekt erfunden haben, in dem ihnen klar wurde, dass der ursprüngliche Frontalangriff das Urheberrecht (Es war ja durchaus mal von Totalabschaffung die Rede) angesichts der sozialen Lage der meisten Künstler in der Bevölkerung nicht mehrheitsfähig ist und die Piraten in ein schlechtes Licht rückt, wie ja mittlerweile auch Christopher Lauer in seinem gemeinsamen Buch mit Sascha Lobo über die Piratenpartei feststellt. Bitte verdeutliche Dir das folgende: Wenn Du von meinem Verwerter redest, sprichst Du damit in meinem Augen primär von meinem Buchverlag. Mein Buchverlag ist für mich kein abstraktes Gebilde, oder eine Art raubtierkapitalistischer Industriebetrieb, der es sich zum Ziel gesetzt hat, mich und meine Leser nach besten Kräften über den Tisch zu ziehen. Mein Verlag ist für mich eine Gruppe idealistischer, buchverliebter, eher schlechtbezahlter Menschen, die das Wagnis eingegangen sind, einem Anfänger eine Chance zu geben, mit einer verrückten Idee auf dem Buchmarkt zu reüssieren. Menschen, die ohne Klage meine launische Schriftstellerseele und monatelang verspätete Manuskriptabgaben weggelächelt und mich bei Buchmessen auf Händen getragen haben. Die meine Bücher gemeinsam mit mir mit Enthusiasmus und Liebe zur Marktreife entwickelt haben. Es sind diese Leute, die Du immer mit diesem abstrakten und für mich unterschwellig leicht abfälligen Begriff Verwerter bedenkst. Ich finde das sehr unsympathisch von Dir und anderen Leuten, die diesen Begriff benutzen. Vor Beginn der Urheberdebatte kannte ich ihn überhaupt nicht. Ich wünschte, es gäbe ihn nicht. Er wird den freundlichen Idealisten, die ich über meine Tätigkeit kennen und lieben gelernt habe, nicht gerecht.
    Unbestreitbar gibt es zwischen mir, meinem Verlag und Verwertungsgesellschaften wie der VG Wort Interessengegensätze und Machtasymmetrien, aber wenn Du, die Piratenpartei und andere ähnlich gestimmte Leute, nun sagen, es ginge ihnen um die Stärkung der Urheber gegenüber den Verwertern, dann klingt das für mich so, als ob man mich für ein unmündiges Kind hält, das nicht in der Lage ist, seine Interessen gegenüber seinem Verlag selber zu vertreten. Dabei scheint ihr zu vergessen, dass in Deutschland niemand gezwungen ist, sein Buch einem Verlag anzuvertrauen. Im Gegenteil: Die digitale Revolution hat den Leuten die Möglichkeit gegeben, ihre Bücher, wenn gewünscht völlig selbständig zu veröffentlichen, sei es unter Nutzung von Plattformen wie Amazon, Distributoren wie Xinxi, oder im selbstgestrickten Webshop. Wer also sein Buch einem klassischen Verlag anvertraut, der tut das freiwillig. Wer Angst hat, dabei über den Tisch gezogen zu werden, kann sich – wie ich – der Dienste eines Literaturagenten bedienen, der versuchen wird, für ihn die bestmöglichen Konditionen rauszuschlagen. Und dann gibt es ja noch den Verband deutscher Schriftsteller bei Verdi. Hast Du mit dem schon einmal gesprochen? Ich denke, die hätten zur Frage der Verbesserung der Position von Schriftstellern einiges zu sagen.
    Zum Thema Remix: Ja, ich will WIRKLICH nicht, dass andere Leute meine Bücher remixen können, ohne mich vorher um Erlaubnis fragen zu müssen.
    Zuerst einmal halte ich es überhaupt für ein Gerücht, dass es einen Bedarf für derartiges gibt. Remix ist für mich ein Musikphänomen, aber derzeit wird in der Urheberrechtsdebatte so getan, als ob es für alle anderen Kreativbranchen dieselbe Bedeutung hat. Tatsächlich kann man die Zahl relevanter literarischer „Mashups“ an einer Hand abzählen. Warum wird vor Aufstellung einer solchen Forderung nicht erst einmal vernünftig Empirie betrieben, um zu messen, ob wirklich Bedarf für so etwas besteht. „Recht auf Remix“ scheint mir so ein bisschen die „Herdprämie“ der Piratenpartei zu sein: Eigentlich braucht sie kaum einer, aber sie taugt allemal gut zur Beglückung der eigenen Parteiklientel. Der zweite Einwand ist aus meiner Sicht, dass ich – wie viele andere Künstler – befürchte, dass eine generelle Remixschranke bedeutet, dass mein Werk von den falschen Leuten verhunzt wird und ich nichts dagegen tun kann. In ein Buch fließt immer sehr viel Persönliches. Ein sehr guter Freund, der mich schon seit Schulzeiten kennt, sagte mir nach der Lektüre meines Buches einmal, dass er darin vieles von uns und unseren alten Zeiten wiedererkannt hat. Erst als er ein paar Beispiele brachte, wurde mir klar, wie recht er hat. Was ist, wenn mir nicht genehme Leute, meine Bücher oder Teile davon missbrauchen, um Botschaften zu verbreiten, die ich nie unterschreiben würde, so wie der Nationalsozialistische Untergrund die Paulchen-Panther-Figur für neonazistische Propaganda genutzt hat. Eine „non commercial“-Schranke hätte da wenig genutzt. Ist es denn zu viel verlangt, dass ich wenigstens vorher gefragt werde, wenn jemand mein Werk weiterverarbeiten will? Es geht hier primär gar nicht um Geld, sondern – wie es der Netzblogger Michael Seemann so treffend formuliert hat- um Kontrolle.
    Ich bin mir sicher, Du sympathisierst mit dem Wunsch der Mehrheit der europäischen Bevölkerung im Angesicht von NSA, Google und Facebook das letztendliche Bestimmungsrecht über ihre personenbezogenen Daten zu behalten. Wenn aber einfache Bürger darüber bestimmen dürfen, wer die Daten verarbeitet, die sie gutgläubig auf Facebook online gestellt haben, warum dürfen dann Schriftststeller und andere Kreativschaffende nicht dasselbe Bestimmungsrecht hinsichtliche ihrer Werke behaupten? Personenbezogene Daten und kreative Werke sind im deutschen Verfassungsrecht nicht umsonst von ein und demselben Grundrecht geschützt, dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht, das wiederum zum Teil in der von Art. 1 GG garantierten Menschenwürde wurzelt.
    Wenig Leidenschaft nötigt mir das Thema Rechteverhandlung in Europa ab. Ich fände es toll, wenn meine Bücher sich auch in anderen Mitgliedsländern verkaufen würden. Das ist aber leider noch nicht der Fall. Das Problem ist dabei aber nicht die Rechtszersplitterung, sondern die Sprachbarriere und die werden wohl auch die Piraten nicht beseitigen können ;-) Sollte sich aber mal ein britischer oder französischer Verlag für mein Werk interessieren, bin ich sicher, dass mein Agent und seine ausländischen Partneragenturen bestens gerüstet sind, Verträge auch in anderen Ländern zu verhandeln. Eine europäische „Standardisierung“ des Urheberrechts betrachte ich eher mit Sorge. Eigentlich hänge ich an unserem deutschen Urheberrecht mit seiner starken Betonung des Persönlichkeitsrechts und bevorzuge es deutlich vor dem angloamerikanischen, rein ökonomisch geprägten Copyright. Aber jenseits meines persönlichen Geschmacks in dieser Frage, ist mir auch nicht klar, warum diese angebliche Rechtszersplitterung denn so problematisch sein soll, wenn wir in anderen Rechtsbereichen wie Handelsrecht, allgemeinem Zivilrecht, Strafrecht etc. ganz selbstverständlich damit leben, dass es so viele Rechtskulturen wie Mitgliedsländer gibt. Vielfalt und der daraus entstehende Ideenwettbewerb kann doch auch in der Rechtskultur etwas Gutes sein.
    Wenn Du mich fragst, welche Änderungen ich denn im Urheberrecht befürworten wurde, dann fällt mir in der Tat ein, dass ich es unglaublich finde, wie wenig die Justiz Internetangeboten wie kinox.to, lul.to, libGen etc., die mit der Arbeit anderer Leute Geld verdienen, entgegenzusetzen hat. Soweit mir bekannt vertritt auch die Piratenpartei den Standpunkt, dass derartige „kommerzielle“, nichtlizensierte Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte illegal ist. Ich würde mir dann aber von den Piraten und den anderen Parteien wünschen, dass sie gegen derartige Angebote klar und deutlich Stellung beziehen, umsetzbare Vorschläge zu ihrer Austrocknung machen und nicht wie weiland dein Parteifreund Bruno Gert Kramm Leuten wie dem Buchpiraten „Spiegelbest“ Interviews geben oder die Verfolgung der Betreiber von kinox.to pauschal als „unverhältnismäßig“ abqualifizieren. Es handelt sich hierbei um Leute, die Kreativschaffende ausbeuten und dabei selbst reich werden, in großem Stil Steuern hinterziehen und ihre Angebote mit Abofallen und Pornowerbung garnieren. Wenn ihr gegen diese Leute endlich einmal klar und unmmissverständlich Stellung beziehen würdet und euch gemeinsam mit uns Kreativschaffenden darüber Gedanken machen könntet, wie man diese Leute zur Rechenschaft und ihre Angebote austrocknen kann, dann wäre uns wahrlich geholfen.
    Ich wäre froh, wenn Du die Zeit finden könntest, meine Gedanken vielleicht einmal persönlich in diesem Forum zu beantworten.
    Liebe Grüße, Dein Thomas

  10. 10

    liebe julia reda,
    ich bin musiker, konzertveranstalter, musikverleger und mach sonst auschließlich dinge die musikaffin sind. ich bin froh, das es möglich ist in der heutigen zeit in deutschland von und mit musik zu leben ohne eine große nummer zu sein. das das tatsächlich möglich ist liegt zu einem nicht unerheblichen teil daran, das wir in deutschland die gema haben. viele strukturen innerhalb der gema sind natürlich etwas verkrustet und nicht ganz topmodern, aber da wird ja auch permanent dran gearbeitet, mühsam nährt sich das eichhörnchen. die letzten jahre hat sich gewaltig was getan, zu gunsten vor allem der kleineren selbstaufführer, sprich den muckern, die mit ihren eigenkompositionen die republik rauf und runtertingeln. das ist bei denen allen zwar noch nicht so ganz angekommen wie gut das alles ist, was einem die gema da bietet, aber ich kann ja auch nur für meinen speziellen fall sprechen. die gema hat da auch durchaus ein kommunikationsproblem gegenüber der klientel die direkt davon profitieren würde ….
    wie dem auch sei, seit der einführung des neuen abrechnungssystems in der sparte u (live musik) ist es einfach unglaublich geil was an ertrag tatsächlich beim kulturschaffenden landet, zudem ist klar nachvollziehbar, welches geld für welchen titel an welchem tag in welchem ort ausgeschüttet wird. aus meiner langjährigen tätigkeit als konzertveranstalter kenne ich auch die andere seite, die des musiknutzers, der bei der gema zahlt. ich hatte seit 1997 und über 800 veranstaltungen im kleinkunstbereich noch nicht ein einziges wehwehchen, das nicht mit einem kurzen telefonat hätte ausgeräumt werden können, da sitzen menschen am anderen ende der leitung die für deinen buchstaben im alphabet zuständig sind und mit denen redet man ….
    das aufgeheule von angeblichen konzertveranstaltern die dichtmachen müssen wg der bösen gema und dem noch ärgeren urheberrecht kann ich so beim besten willen nicht nachvollziehen, ettlichen kollegen in der branche geht das genauso. ich verstehe natürlich den schmerz der großdiscobetreiber, die jahrzehntelang unsummen mit musik und schnaps verdient haben ohne dafür angemessen zu bezahlen, das die ne propagandawelle lostreten ist irgendwo nachvollziehbar. aber unten bei den kleinen kulturbühnen und bands hat sich nie was zum schlechteren geändert bzw. es hat sich auf urheberseite massiv verbessert.
    wenn nun im europäischen kontext „harmonisiert“ werden soll ist da nichts gutes zu erwarten aus meiner sicht. das beispiel gvl spricht bände, war früher toll, heute lol!
    überall sonst im europäischen raum sind die dinge schlechter oder zumindest komplizierter und bei weitem kafkaesker gelöst als bei uns.
    was die kriminalisierung der user angeht: würdenweltkonzerne wie google/youtube und alles was dazu gehört diejenigen auf deren content das geschäftsmodell basiert entsprechen beteiligen usw, es gäbe keinen einzigen kriminalisierten user mehr auf dem planeten. daran sollte man arbeiten im eu-parlament, und nicht an einer schwächung und aufweichung der errungenschaften die wir im bereich urheberrecht aus sicht der kulturschaffenden zum glück haben.
    gruss und frohes schaffen,
    benni beblo

    • oliver statz

      Off Topic: tolle HP, tolles Bandprojekt.

  11. 11

    „Nutzer*innen wollen Zugang zu Informationen und nicht im Alltag kriminalisiert werden.“

    es ist immens wichtig in dieser Debatte „Informationen“ und „Inhalte“ zu trennen. Niemand wird wegen des Downloads einer Infoirmation abgemahnt oder belangt.das Urheberrecht ist immer so konzipiert, dass es Informationen durchlässt. nur wenn die Informationen it einem kreativen sansatz und einer urheberrechtlichen schöpfungshöhe verknüpft werden, entstehen „Inhalte“.

    Die sind – im Gegensatz zu den blossen Informationen aus gutem Grund schutzfähig.

    Insofern wäre es sehr wichtig, in dem Text informationsebene und inhalteebene voneinander zu trennen.

    Genauso wie im Datenschutz zufällige Daten nicht schutzfähig sind, die im Datenschutz erst durch den Personenbezug zu schutzfähigen Daten werden, muss hier also auch beim Urheberrecht unterschieden werden.

    Eine Berichterstatterin sollte solche Fehler also besser nicht machen – freundlicher Hinweis.

    Stefan Herwig

  12. 12

    Sehr geehrte Frau Reda,

    als Songwirter und Mediacomposer (Musik- und Textautor) danke ich für die Gelegenheit, zu Ihren Fragen auf Ihrem Blog zu antworten:

    F: “Spiegeln die Pläne der Verwerter wirklich die Interessen aller Kunstschaffenden wider?”

    A: Das tun sie in der Tat – Verwertungsgesellschaften wie AKM in Österreich oder GEMA in Deutschland arbeiten ja im Sinne von uns Urhebern und wir Urheber können den Kurs dieser Gesellschaften mitbestimmen. Sie tun das, war wir als Einzelne niemals schaffen würden. Es sind Instrumente der Selbstverwaltung der Künstlerschaft. Ja, natürlich agieren sie im Interesse von uns Kunstschaffenden! Das sage ich aus Überzeugung und aus Erfahrung.

    F: “Sind sie mit dem Status Quo zufrieden?“

    A: Glücklich bin ich über viele neuen Chancen und Möglichkeiten, die uns die Technologie gebracht hat. Wenig glücklich bin ich mit der faktischen Marktentwicklung, aber da kommen viele Faktoren zusammen. Wirklich unzufrieden bin ich aber nur mit der verzerrten öffentlichen Darstellung mancher Interessensgruppen – etwa mit dem Narrativ, das Urheberrecht behindere Kreativität oder würde ein kulturelles Gut künstlich verknappen. In der Praxis ist das keinesfalls nachvollziehbar, mehr noch, die Praxis falsifiziert diese Theorien, wenn man sich Mühe macht, hinzusehen. Die Geschichte Ihrer Fraktion mit dem Urheberrecht dürfte übrigens eine Geschichte von Missverständnissen sein. Peter Sunde hat auf einer Podiumsdiskussion in Wien z.B. gefordert, Ideen sollten frei sein. Überraschung, das sind sie ohnehin: das Urheberrecht schützt Werke, keine Ideen! Wer je ein Werk geschaffen hat, sollte den Unterschied kennen. Ich hoffe, das spricht sich endlich mal herum.

    F: “Wollen sie wirklich Land für Land die Rechte für ihre Werke verhandeln, oder hätten sie lieber einen einzigen europäischen Markt?”

    A: Ja, Ich möchte in der Tat die Rechte je Land verhandeln können.

    F: “Sind sie wirklich gegen Remixes?“

    A: Diese Fragestellung ist unvollständig, aber ich ahne, worauf Sie hinauswollen. Die Sache ist die: Wir Urheber sind nicht für oder gegen Remixes. Ich möchte allerdings gefragt werden, bevor jemand mein Werk bearbeitet und seine Bearbeitung in die Welt entlässt. Das sollte selbstverständlich sein. Das im Gesetz definierte exklusive Recht zur Bearbeitung ist mir aus materiellen wie aus ideellen Gründen wirklich wichtig. Ihr Ansinnen des sogenannten Rechts auf Remix ist ein frontaler Angriff auf dieses Recht – hier soll viel geopfert werden für wenig Nutzen. Diese Politik würde außerdem einen der wenigen Wachstumsmärkte unserer Branche empfindlich schwächen. Ich bin natürlich nicht gegen Remixes an und für sich. Ich bin aber entschieden gegen ein Recht auf Remix ohne Einwilligung des Urhebers. Im Übrigen – pardon, das muss an dieser Stelle auch gesagt werden – wäre es gar nicht unangemessen, wenn Sie in Ihrer Funktion sich die Terminologie des Urheberrechts zu eigen machen würden und bitte nicht alles pauschal Remix nennen, was de facto gar kein Remix, sondern eine Bearbeitung ist. Ich gehe davon aus, dass Sie die Stellungnahme der ECSA zu dem Thema kennen? (http://composeralliance.org)

    F: “Wo würden ihre Prioritäten bei einem Update des Urheberrechts liegen?“

    A: Das Gesetz verständlicher und bürgernäher zu machen. Die Österreichische Fahrradverordnung zeigt vor, wie es geht.

    F: “Die Maximalforderungen, die die Debatte bestimmen, sind häufig grundlegend entgegengesetzt: Die Verwertungsindustrie möchte neue Geldquellen und Strafen für Rechtsbrecher. Nutzer*innen wollen Zugang zu Informationen und nicht im Alltag kriminalisiert werden. Für Kunstschaffende wird oft gesprochen, sie selbst finden sich aber oft zwischen den Stühlen wieder. Was ist Euch wichtig? Welche konkreten Probleme habt Ihr mit dem jetzigen Urheberrecht?”

    A: Das erfordert gleich mehrere Antworten:

    1. Es ist legitim, an der Verwertung in neuen Medien mit verdienen zu wollen. Ich verwehre mich allerdings dagegen, dass so getan wird, als würde man automatisch kriminalisiert, wenn man sich im Internet bewegt. Ich bewege mich nun schon ziemlich lange im Internet und kann Ihnen versichern, dass man durch “Alltagshandlungen” keinswegs kriminalisiert wird. Es mag wohl einige geben, deren “Alltagshandlung” die Jagd nach neuen Torrents ist. Diese Gruppe sollte aber nicht unseren Blick auf das Urheberrecht verzerren, so wie wir die Steuergesetzgebung nicht an die Zahlungsmoral der Steuerpflichtigen anpassen wollen – d’accord?

    2. Als Akteure der Zivilgesellschaft bitte ich, die Positionen unserer demokratisch legitimierten Interessensvertretungen – bitte diese nicht mit industriellen Lobbyisten gleichzusetzen – gebührend zu berücksichtigen. In Österreich bin ich Mitglied des Komponistenbunds, auf EU Ebene spricht die ECSA (European Composer and Songwriter Alliance) für alle nationalen Verbände innerhalb der EU.

    3. Das Europäische Autorenrecht ist nicht nur entscheidend anders, sondern für den Kulturbetrieb und für uns Kulturschaffende klar besser als das amerikanische Copyright. Bitte hören Sie auf, das Europäische Recht mit dem amerikanischen Label zu versehen. Wenn Ihr Bestreben sein sollte, in Europa ein Copyright nach amerikanischem Vorbild einzuführen, würden Sie der Europäischen Kultur einen Bärendienst erweisen.

    4. Ich habe in den rund 30 Jahren, die ich mit Musikschaffen verbracht habe, ein einziges mal ein Problem mit dem Copyright gehabt. Und das war in der Tat amerikanisches Copyright: Ich hatte durch Sorglosigkeit die Rechte eines sehr bekannten amerikanischen Autors verletzt und sah mich einer massiven Klagsdrohung gegenüber. Durch direkte Gespräche konnte diese Situation relativ partnerschaftlich entschärft werden, was ich der Gegenseite hoch anrechnen muss. Rückblickend betrachte es wie ein Parkschaden, für den man eben aufkommen muss, wenn man einen Funken Anstand besitzt – und aus dem man lernt, in Zukunft auf andere bessere Rücksicht zu nehmen.

    In a nutshell: Ich habe mit dem Urheberrecht ebensoviel Probleme wie die USA mit Obamacare: Nicht das geringste, auch wenn manche gerne solches behaupten.

    5. Mir ist vor allem mal wichtig, dass alle verstehen, dass das Urheberrecht die Basis dafür ist, dass man als Kreativer überhaupt ein Wirtschaftsgut am Markt anzubieten hat. Die Klage, das Urheberrechtsgesetz wäre in den letzten Jahren primär zu Gunsten der Urheber novelliert worden klingt daher in meinen Ohren so bizarr als ob man sich bei einem Gewerkschafter darüber beklagen würde, dass das Streikrecht die Arbeitnehmer bevorzugt oder beim Vertreter einer Volksgruppe, dass Minderheiten besonderen Schutz genießen. Denn man muß weder Jurist noch Politiker sein um zu verstehen, dass das Urheberrecht ein Schutzrecht ist: Es ist im ersten Paragraph schwarz auf weiß zu lesen.

    Im Übrigen schließe ich mich der Autorin Lore Schultz-Wild an, die hier den ersten Kommentar verfasst hat.

    Offen gesprochen, finde ich einiges sehr problematisch, was sie anstreben. Aber dafür, dass Sie sich mit diesem Thema überhaupt in den Ring wagen, haben Sie meinen Respekt! Ich wünsche Ihnen und uns, dass Sie die Natur des Urheberrechts und des künstlerischen Werkschaffens noch besser kennenlernen und eine Richtung einschlagen, die für die Zukunft unserer Union wirklich die Beste ist.

    mit freundlichen Grüßen aus Wien,

    Alexander Hrach

  13. 13
    Thomas Elbel

    Hallo Julia,
    ich bin Thomas Elbel, Professor für öffentliches Recht und Romanschriftsteller mit 3 Veröffentlichungen bei klassischen Verlagen und einem selbstpublizierten Buch.
    Ich muss zugeben, dass ich es einigermaßen schwierig finde, auf Deinen Beitrag überhaupt zu antworten, weil schon die Art der Fragestellung impliziert, dass Du zu den Fragen, die Du stellst bereits eine Meinung zu haben scheinst.
    Beispiel: „Spiegeln die Pläne der Verwerter wirklich die Interessen aller Kunstschaffenden wider? Sind sie mit dem Status Quo zufrieden? Wollen sie wirklich Land für Land die Rechte für ihre Werke verhandeln, oder hätten sie lieber einen einzigen europäischen Markt? Sind sie wirklich gegen Remixes? Wo würden ihre Prioritäten bei einem Update des Urheberrechts liegen?“
    Fallen Dir beim zweiten Lesen Deines Beitrags auch die ganzen „wirklich“ auf? Was bedeutet es, wenn man in solche Sätze das Wort „wirklich“ einflanscht? Für mich impliziert der Fragesteller damit Ungläubigkeit. Die eigentliche Aussage des Satzes „Sind sie wirklich gegen Remixes?“ scheint mir zu sein: „Es kann doch wohl nicht sein, dass Kreativschaffende gegen Remixes sind, oder?!“
    Aber weil Du nun mal gefragt hast, hier meine klaren Antworten:
    Ja, die Pläne der Verwerter spiegeln WIRKLICH meine Interessen als Kreativschaffender wieder, jedenfalls deutlich mehr, als das Urheberrechtsprogramm der Piratenpartei. Mir erscheint es manchmal, als ob die Piraten die „Verwerter“ in dem Moment als neues Angriffsobjekt erfunden haben, in dem ihnen klar wurde, dass der ursprüngliche Frontalangriff das Urheberrecht (Es war ja durchaus mal von Totalabschaffung die Rede) angesichts der sozialen Lage der meisten Künstler in der Bevölkerung nicht mehrheitsfähig ist und die Piraten in ein schlechtes Licht rückt. Das hat ja mittlerweile auch Christopher Lauer in seinem gemeinsamen Buch mit Sascha Lobo über die Piratenpartei festgestellt.
    Bitte verdeutliche Dir das Folgende: Wenn Du von meinem Verwerter redest, sprichst Du damit in meinem Augen primär von meinem Buchverlag. Mein Buchverlag ist für mich kein abstraktes Gebilde, oder eine Art raubtierkapitalistischer Industriebetrieb, der es sich zum Ziel gesetzt hat, mich und meine Leser nach besten Kräften über den Tisch zu ziehen. Mein Verlag ist für mich eine Gruppe idealistischer, buchverliebter, eher schlechtbezahlter Menschen, die das Wagnis eingegangen sind, einem Anfänger die Chance zu geben, mit einer verrückten Idee den Buchmarkt zu entern. Menschen, die ohne Klage meine launische Schriftstellerseele und monatelang verspätete Manuskriptabgaben weggelächelt und mich bei Buchmessen auf Händen getragen haben. Die meine Bücher gemeinsam mit mir mit Enthusiasmus und Liebe zur Marktreife entwickelt haben. Es sind diese Leute, die Du immer mit diesem abstrakten und für mich unterschwellig leicht abfälligen Begriff Verwerter bedenkst. Ich finde das sehr unsympathisch von Dir und den anderen Leuten, die diesen Begriff immer wieder im Mund führen. Vor Beginn der Urheberdebatte kannte ich ihn überhaupt nicht. Ich wünschte, es gäbe ihn nicht. Er wird den freundlichen Idealisten, die ich über meine Tätigkeit kennen und lieben gelernt habe, nicht gerecht.
    Unbestreitbar gibt es zwischen mir, meinem Verlag und Verwertungsgesellschaften wie der VG Wort Interessengegensätze und Machtasymmetrien. Wenn aber Du, die Piratenpartei und andere ähnlich gestimmte Leute, nun sagen, es ginge ihnen um die Stärkung der Urheber gegenüber den Verwertern, dann klingt das für mich so, als ob man mich für ein unmündiges Kind hält, das nicht in der Lage ist, seine Interessen gegenüber seinem Verlag eigenständig zu vertreten. Dabei scheint ihr zu vergessen, dass in Deutschland niemand gezwungen ist, sein Buch einem Verlag anzuvertrauen. Im Gegenteil: Die digitale Revolution hat den Leuten die Möglichkeit gegeben, ihre Bücher, wenn gewünscht, völlig selbständig zu veröffentlichen, sei es unter Nutzung von Plattformen wie Amazon, Distributoren wie Xinxii, oder im selbstgestrickten Webshop. Wer also sein Buch einem klassischen Verlag anvertraut, der tut das freiwillig. Wer Angst hat, dabei über den Tisch gezogen zu werden, kann sich – wie ich – der Dienste eines Literaturagenten bedienen, der versuchen wird, für ihn die bestmöglichen Konditionen rauszuschlagen. Und dann gibt es ja noch den Verband deutscher Schriftsteller bei Verdi. Hast Du mit dem schon einmal gesprochen? Ich denke, die hätten zur Frage der Verbesserung der Position von Schriftstellern einiges zu sagen.
    Zum Thema Remix: Ja, ich will WIRKLICH nicht, dass andere Leute meine Bücher remixen können, ohne mich vorher um Erlaubnis fragen zu müssen.
    Zuerst einmal halte ich es überhaupt für ein Gerücht, dass es dafür einen Bedarf gibt. Remix ist für mich ein Musikphänomen, aber derzeit wird in der Urheberrechtsdebatte so getan, als ob es für alle anderen Kreativbranchen dieselbe Bedeutung hat. Tatsächlich kann man die Zahl relevanter literarischer „Mashups“ an einer Hand abzählen. Warum wird vor Aufstellung einer solchen Forderung nicht erst einmal vernünftig Empirie betrieben, um zu messen, ob WIRKLICH ein allgemeines Interesse daran besteht. „Recht auf Remix“ scheint mir so ein bisschen die „Herdprämie“ der Piratenpartei zu sein: Eigentlich braucht sie kaum einer, aber sie taugt allemal gut zur Beglückung der eigenen Parteiklientel.
    Der zweite Einwand ist aus meiner Sicht, dass ich – wie viele andere Künstler – befürchte, dass eine generelle Remixschranke bedeutet, dass mein Werk von den falschen Leuten verhunzt wird und ich nichts dagegen tun kann. In ein Buch fließt immer sehr viel Persönliches. Ein sehr guter Freund, der mich schon seit Schulzeiten kennt, sagte mir nach der Lektüre meines Buches einmal, dass er darin vieles von uns und unseren alten Zeiten wiedererkannt hat. Erst als er ein paar Beispiele brachte, wurde mir klar, wie recht er hat. Was ist, wenn mir nicht genehme Leute, meine Bücher oder Teile davon missbrauchen, um Botschaften zu verbreiten, die ich nie unterschreiben würde, so wie der Nationalsozialistische Untergrund die Paulchen-Panther-Figur für neonazistische Propaganda genutzt hat. Eine „noncommercial“-Ausnahme hätte da wenig genutzt. Ist es denn zu viel verlangt, dass ich wenigstens vorher gefragt werde, wenn jemand mein Werk weiterverarbeiten will?
    Es geht hier primär gar nicht um Geld, sondern – wie es der Netzblogger Michael Seemann so treffend formuliert hat- um Kontrolle.
    Ich bin mir sicher, Du sympathisierst mit dem Wunsch der Mehrheit der europäischen Bevölkerung im Angesicht von NSA, Google und Facebook das letztendliche Bestimmungsrecht über ihre personenbezogenen Daten zu behalten. Wenn aber einfache Bürger darüber bestimmen dürfen, wer jene Daten verarbeitet, die sie gutgläubig auf Facebook, Instagram und anderswo online gestellt haben, warum dürfen dann Schriftststeller und andere Kreativschaffende nicht dasselbe Bestimmungsrecht hinsichtlich ihrer Werke erwarten? Personenbezogene Daten und kreative Werke sind im deutschen Verfassungsrecht nicht umsonst von ein und demselben Grundrecht geschützt, dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht, das wiederum zum Teil in der von Art. 1 GG garantierten Menschenwürde wurzelt.
    Wenig Leidenschaft nötigt mir schließlich das Thema Rechteverhandlung in Europa ab. Ich fände es toll, wenn meine Bücher sich auch in anderen Mitgliedsländern verkaufen würden. Das ist aber leider noch nicht der Fall. Das Problem ist dabei aber nicht die Rechtszersplitterung, sondern die Sprachbarriere und die werden wohl auch die Piraten nicht beseitigen können ;-) Sollte sich aber mal ein britischer oder französischer Verlag für mein Werk interessieren, bin ich sicher, dass mein Agent und seine ausländischen Partneragenturen bestens gerüstet sind, Verträge auch in anderen Ländern zu verhandeln. Eine europäische „Standardisierung“ des Urheberrechts betrachte ich eher mit Sorge. Eigentlich hänge ich an unserem deutschen Urheberrecht mit seiner starken Betonung des Persönlichkeitsrechts und bevorzuge es deutlich vor dem angloamerikanischen, rein ökonomisch geprägten Copyright. Aber jenseits meines persönlichen Geschmacks in dieser Frage, ist mir auch nicht klar, warum diese angebliche Rechtszersplitterung denn so problematisch sein soll, wenn wir in anderen Rechtsbereichen wie Handelsrecht, allgemeinem Zivilrecht, Strafrecht etc. ganz selbstverständlich damit leben, dass es so viele Rechtskulturen wie Mitgliedsländer gibt. Vielfalt und der daraus entstehende Ideenwettbewerb kann doch auch in der Rechtskultur etwas Gutes sein.
    Wenn Du mich fragst, welche Änderungen ich denn im Urheberrecht befürworten wurde, dann fällt mir in der Tat ein, dass ich es unglaublich finde, wie wenig die Justiz Internetangeboten wie kinox.to, lul.to, LibGen etc., die mit der Arbeit anderer Leute Geld verdienen, entgegenzusetzen hat. Soweit mir bekannt, vertritt auch die Piratenpartei den Standpunkt, dass derartige „kommerzielle“, nichtlizensierte Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte illegal ist. Ich würde mir dann aber von den Piraten und den anderen Parteien wünschen, dass sie gegen derartige Angebote klar und deutlich Stellung beziehen, umsetzbare Vorschläge zu ihrer Austrocknung machen und nicht – wie weiland dein Parteifreund Bruno Gert Kramm – Leuten wie dem Buchpiraten „Spiegelbest“ Interviews geben oder die Verfolgung der Betreiber von kinox.to pauschal als „unverhältnismäßig“ abqualifizieren. Es handelt sich hierbei um Leute, die Kreativschaffende ausbeuten und dabei selbst reich werden, im Übrigen in großem Stil Steuern hinterziehen und ihre Angebote mit Abofallen und Pornowerbung garnieren. Wenn ihr gegen diese Leute endlich einmal klar und unmissverständlich Stellung beziehen würdet und euch gemeinsam mit uns Kreativschaffenden darüber Gedanken machen könntet, wie man diese Leute zur Rechenschaft und ihre Angebote austrocknen kann, dann wäre uns wahrlich geholfen.
    Ich wäre froh, wenn Du die Zeit finden könntest, meine Gedanken vielleicht einmal persönlich zu beantworten.
    Liebe Grüße, Dein Thomas

  14. 14
    oliver statz

    Hallo Her Bordelais,

    haben sich in der lezten Woche wirklich nur 12 Leute hier geäußert? Wenn man sich die Resonanz auf FB so anschaut, dann scheint das doch sehr unwahrscheinlich.

    Blocken Sie hier mit Absicht einen Großteil der Kommentare? Das wäre auf einer offiziellen EU-Seite und bei so einem wichtigen Thema wirklich sehr unkorrekt, oder?

    Ein Beitrag, den sie ganz sicher blocken, ist der von Thomas Elbel. Wieso tun Sie das?
    Es ist ein wertvoller und sehr persönlicher Beitrag, und er trägt sehr zum Verständnis der Materie bei.

    Seien Sie doch so nett, und erfüllen Sie auch hier die Tranpsarenzversprechungen der Piratenpartei und erzeugen Sie keine Informationsblockaden.

    besten Gruß

    Oliver Statz

  15. 15

    Hallo Julia,

    finde es sehr gut, richtig und wichtig, dass wir Kreativschaffenden gefragt werden, denn es sind ja unsere Werke, um die es geht. Als professioneller Musiker, Komponist und Musikproduzent lebe ich von meinem künstlerischen Schaffen, was zunehmend schwieriger wird. Während Internet Firmen wie YouTube u.a. mit von uns geschaffener Musik zu Milliarden schweren Unternehmen werden, sollen wir Künstler das am Ende der Kette als Promotion sehen und keine angemessene Vergütung bekommen. Da stimmt was ganz gravierend nicht.

    Würden Leute hergehen und in Geschäften Kunstwerke ohne zu bezahlen mitnehmen empfindet das jeder als nicht rechtens. Nur weil unsere Musikwerke digitalisierbar sind darf das nicht anders sein. Das ganze wird ins Paradoxe gekehrt, wenn die Leute als Leidtragende hinstellt werden, die unsere Musik ohne Bezahlung verwenden. „Nutzer/innen sollen im Alltag nicht kriminalisiert werden“? Interessante Rhetorik! Im Alltag sollten wir Künstler dann auch z. B. im Supermarkt Lebensmittel „mitgehen“ lassen können ohne zu bezahlen und kriminalisiert zu werden. Vielleicht können wir so wieder von unserer Kunst leben :-)
    In der Hoffnung es regt einige zum Nachdenken an und als Unterstützung der Künstler, die von ihrer Kunst irgendwie überleben müssen verbleibe ich mit besten Grüßen
    Goar B
    (Musiker & Komponist)

  16. 16
    Matthias Hornschuh

    Und immer noch ist der Fehler nicht beseitigt.
    Liebe Macher dieser Seite: Ist es so schwer sich professionelle Hilfe zu holen?
    Verstosst ihr lieber gegen Datenschutzbestimmungen als das einmal richtig zu fixen?

    Nochmal zur Erinnerung: Hier kann jeder unter der Identität eines Vorposters etwas schreiben.
    Dieses Schreiben hier ist nicht von Matthias Hornschuh.
    Ich verteilt außerdem die Mailanschriften in Klarform.

    Was muss passieren, damit sich das ändert?

  17. 17

    Mich als Gema Mitglied stört hauptsächlich das ich nicht selber darüber bestimmen darf ob bestimmte Kompositionen von mir auch gemafrei genutzt werden dürfen. Ich möchte das zukünftig gerne selber bestimmen dürfen.